Muss ich eine Therapie machen?

Wenn es um die Frage geht, ob eine Therapie notwendig ist oder unbedingt gemacht werden muss, beinhaltet diese Frage irgendwie auch Zweifel, ob alle Hilfsangebote für einen selbst in Anspruch genommen werden müssen.

Grundsätzlich kann man so eine Frage nach der Notwendigkeit einer therapeutischen Maßnahme nicht beantworten, weil es auf den Einzelfall ankommt. Auf der anderen Seite, kann man es sich leisten, eine Hilfe auszuschlagen, wenn man selbst vielleicht schon über viele Jahre versucht hat, seine Suchterkrankung erfolglos zum Stillstand zu bringen?

Ein wichtiger Schritt für ein suchtmittelfreies Leben ist die Einsicht, eben mit diesem Suchtmittel nicht umgehen zu können. Über viele Jahre, bei vielen suchtkranken Menschen sogar Jahrzehnte, wurde sich ein Leben aufgebaut, wo mit der Zeit dieses Suchtmittel die Kontrollen über das eigene Leben übernommen hat.
Viele, wenn nicht alle Abläufe des täglichen Lebens waren immer damit verbunden, kann ich dort trinken oder andere Suchtmittel zu mir nehmen, habe ich noch genug zu Hause, falle ich dort auf, schaffe ich es oder andere Gedanken, die immer darauf ausgerichtet waren, ob meiner Sucht nachgehen kann.
Auch die Freizeitgestaltung wurde nach der Notwendigkeit der Suchtmitteleinnahme ausgerichtet. Ob es die Freunde oder das sonstige soziale Umfeld war, die Gedanken der eigenen Sucht steuerten das gesamte Leben.

Eine Therapie, die über viele Wochen oder ein paar Monate geht, kann helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Bei einer stationären Therapiemaßnahme kommt man aus seinem bisherigen Leben heraus und kann sich voll auf sein neues Leben ohne jeglichen Suchtmittelkonsum konzentrieren. Das Therapieprogramm unterstützt die Betroffenen und vermittelt ihnen die Basis, die für ein suchtmittelfreies Leben notwendig und hilfreich ist. Hilfreich können auch eine Psychotherapie bei einer Alkoholabhängikeit sein.

Wie jedes andere Hilfsangebot, kann eine Therapie nur helfen, wenn man sich auf die einen gebotene Hilfe einlassen kann und diese Hilfe, in Form dieser Therapie auch annehmen kann. Dazu gehört auf, die eigenen Gedanken und bisherigen Versuche mal zu hinterfragen und eventuell neue Wege zu gehen.

Die Frage „muss ich eine Therapie machen“ ist vielleicht auch schon im Ansatz zu überdenken.

Möchte ich ein suchtmittelfreies Leben erlernen, sollte man alle Hilfen annehmen, die einen geboten werden. Niemand muss natürlich etwas machen, denn wenn eine Therapie nur aus Zwang oder äußeren Druck gemacht wird, wird diese Therapiemaßnahme selten von Erfolg gekrönt sein und zum dauerhaften Erfolg führen.

Die eigene Suchtmittelfreiheit sollte immer das Wichtigste sein und die höchste Priorität haben. Ohne sie kann meist nichts im Leben besser werden, aber mit einem Leben ohne Suchtmittel kann jeder wieder ein glückliches und zufriedenes Leben für sich erreichen.

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